RDA:Ressourcentyp:AlterDruck

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Definition

Ein Alter Druck ist eine gedruckte Ressource, die vor ca. 1825/1830 entstanden ist.

  • Der Übergang vom Alten Druck zum modernen wird mit der Erfindung der Schnellpresse/Maschinenpresse am Anfang des 19. Jahrhunderts in Verbindung gebracht. Als „Alte Drucke“ werden demnach Drucke bezeichnet, die noch auf einer Handpresse hergestellt wurden. „Moderne“ Drucke sind auf einer Maschinenpresse produziert.
  • Für ein rationelles Arbeiten ist es wenig zweckmäßig, bei jedem Druck zu prüfen, ob er auf einer Hand -oder Schnellpresse hergestellt wurde. Deshalb wird (ähnlich wie das Jahr 1501 als „terminus ante quem“ für Inkunabeln) üblicherweise ein Jahr als Zeitgrenze festgelegt. Dieses ist traditionell das Jahr 1800 oder das Jahr 1850.
  • Im RDA-Glossar wird kein Zeitraum angegeben, sondern eine „Alter Drucke“ wird nur dadurch definiert, dass er vor der Zeit des Maschinendrucks mit einer Handpresse hergestellt wurde. In früheren Versionen der RDA wurde eine Zeitspanne zwischen 1825 und 1830 angegeben. Es gibt jedoch Staaten und Regionen, in denen der Maschinendruck erst deutlich später begonnen hat. Dennoch empfiehlt es sich als Richtwert alle Drucke die vor 1825 bis 1830 entstanden sind, nach den Regeln für Alte Drucke zu erfassen.
  • Ob ein Druck aus dieser Zeitspanne als „alt“ oder als „modern“ aufgefasst wird, liegt im Ermessen der Katalogisierenden. Ob dieses Ermessen auch auf den gesamten Zeitraum von 1800 bis 1850 ausgedehnt werden kann, ist fraglich, ebenso, ob spätere Handpressendrucke wie Alte Drucke erfasst werden können. RDA gibt hier einen Ermessungsspielraum, der ggf. in den einzelnen Institutionen präzisiert werden kann.

Beschreibung der Elemente der Manifestationsebene

Herstellungs- und Vertriebsangaben werden bei alten Drucken als Veröffentlichungsangaben erfasst. Toolkit 1 Toolkit 2.


Veröffentlichungsangabe

Übertragen

  • Erscheinungsorte und Verlagsnamen werden so wiedergegeben, wie sie in der Informationsquelle erscheinen
  • Falsche, fingierte oder verdruckte Angaben werden vorlagegemäss wiedergegeben.

Anmerkungen

  • Ergänzungen und Berichtigungen zu den Veröffentlichungsangaben können in einer Anmerkung zur Manifestation erläutert  werden. Toolkit

Erscheinungsort

Übertragen
  • Präpositionen, die vor dem Erscheinungsort stehen, werden bei Alten Drucken gemäss Informationsquelle wiedergegeben, ebenso den Erscheinungsort begleitende Worte oder Wendungen
    Beispiele: Vorlage: Apvd inclytam Germaniae Basileam Wiedergabe: Apvd inclytam Germaniae Basileam
    Vorlage: Impressum fuit hoc opus Venetiis Wiedergabe: Impressum fuit hoc opus Venetiis

Fingierter oder falscher Erscheinungsort

Fingierte oder falsche Erscheinungsorte werden wie in der Vorlage übertragen. Die ermittelten Orte können in der Anmerkung (zur Veröffentlichungsangabe, zur Manifestation?) erfasst werden. Toolkit Sie werden jedoch im normierten Erscheinungsort in der Form des ermittelten Ortes angegeben.

Normierter Erscheinungsort

Für alte Drucke wird empfohlen neben dem Erscheinungsort in unstrukturierter Form auch zusätzlich den Erscheinungsort in strukturierter Form und wenn möglich als Identifikator zu erfassen. (Alternativwording: Für alte Drucke wird empfohlen neben dem Erscheinungsort in Vorlageform auch noch den Erscheinungsort in normierter Form wenn möglich mit Verknüpfung zur GND zu erfassen) Toolkit


Betroffene AWRs

Kategorie:Ressourcentyp